Als bekanntestes Beispiel ist hier Wikipedia zu nennen. Ein Wiki (wortwörtlich „schnell“ auf Hawaiisch) ist darauf ausgelegt, Erfahrung und Wissen gemeinschaftlich zu sammeln. Dazu werden gemeinschaftlich Texte erarbeitet, die durch die Nutzer im jeweiligen Webbrowser nachträglich bearbeitet und verändert werden können.

Somit häuft sich das Wissen mit der Zeit immer mehr, hat aber nie eine endgültige Form erreicht.

Als Vergleich zu Wikipedia kann man vielleicht ein Lexikon sehen. Auch ein Lexikon hat Einträge zu möglichst vielen Themen. Eine Spezialisierung kann bei einem Lexikon der Fall sein, z. B. auf die Naturwissenschaften oder bestimmte Geschichtsepochen. Bei Wikipedia ist jeder Artikel eine Spezialisierung für sich, da die Verfasser oberflächlich oder aber sehr vertieft schreiben können. Gleichzeitig gibt es bei Wikipedia keine Platzierungsschwierigkeiten und Verlegungsprobleme. Die Länge eines Artikels ist nicht begrenzt, insofern kann bei jedem erdenklichen Thema auf Wikipedia eine unendlich feine und langatmige Spezialisierung erfolgen.

Eine häufig gestellte Frage ist, ob sich die Qualität eines Lexikoneintrags von der eines Wikipedia-Artikels unterscheidet. Auf Wikipedia gibt es anders als bei einem Lexikon keine durchgehend konstante Qualität (in der Gliederung des Artikels, Ausdrucksweise, Verständlichkeit, Bilder usw.). Stattdessen sind auf Wikipedia manche Artikel mit dem Prädikat „exzellent“ versehen, welche dann besonders lesenswert sein sollen. Hier ein paar als „exzellent“ markierte Artikel: LeipzigCao CaoOpinelWahnsinn.

Jaron Lanier meint, man könne auf Wikipedia die Gedanken einzelner Menschen zu einer augenscheinlich sinnvollen semantischen Struktur zusammenfügen. Dabei behaupte Wikipedia, sie könne Meinung und Wissen voneinander trennen. Siehe Jaron Lanier: Wem gehört die Zukunft? Hoffman und Campe, 2014, S.249.

In der Tat ist dies bei Wikipedia ein bedeutender Schwachpunkt: Trennung von Wissen (also dem, was belegbar ist) und Meinung (die laut den Wikipedia-Richtlinien nicht enthalten sein sollte).

Allein schon die belegbaren Fakten, die präsentiert werden, können in manchen Fällen ein meinungsmachendes Bild hervorrufen. Hier ein Beispiel für einen mit wenigen Belegen ausgestatteten Artikel: Sechstagekrieg.

Das Beitragsbild zeigt eine Katze (die am meisten angeschaute Tierart im Netz), die sich offenbar über die Realität der Menschen hermacht.

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2 Gedanken zu “2.1.1 Wikis

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