3.3 Homepages

3.3 Homepages

Als Beitragsbild sieht man hier den Webauftritt von BMW aus dem Jahr 1996. Damals waren Homepages die beste Methode, sich im Netz darzustellen. Heute erfolgt Selbstdarstellung meistens über soziale Netzwerke. 

Eine Homepage („Heim-Seite“ auf Deutsch) ist die Hauptseite oder zentrale Ausgangsseite einer Präsenz von einem Unternehmen, einer Gesellschaft (Kollektiv) oder einem Individuum im Internet.

Auf dieser Seite können beliebige Informationsmedien verwendet werden, die Gestaltung der Seite obliegt allein dem Inhaber. Der Fokus liegt bei Homepages verstärkt auf der Darstellung des Subjekts. Es wird auf einer Homepage nicht wie in einem sozialen Netzwerk extra um Aufmerksamkeit z. B. in Form von positiven Bewertungen gebeten, denn der Besucher widmet dem Subjekt schon die volle Aufmerksamkeit, in dem er dessen Seite besucht.

Sichtbarkeit: Eine Homepage ist bereits das Resultat von Sichtbarkeit. Das heißt, sobald eine Homepage für eine Suchmaschine sichtbar ist, hat sie dieses Kriterium erfüllt, denn nun ist die Homepage für den Besucher „anklickbar“. Ob das Subjekt dieser Homepage ein Individuum, eine Gesellschaft oder ein Unternehmen ist, wird meistens auf den ersten Blick ersichtlich. Wenn man den von der Suchmaschine angebotenen Link anklickt, bekommt man meistens zuerst einen übersichtlichen ersten Eindruck von der Homepage. Dieser Überblick kann auch schon einen Eindruck über das sich darstellende Subjekt vermitteln. Ab und zu gibt es auf der Homepage auch weiterführende Links zu verwandten Themen. Man könnte auch, einem sozialen Netzwerk gleich, sich selbst eine Homepage erstellen und darauf die Homepages von Freunden verlinken.

Eine Trennung von öffentlich und privat gibt es auf Homepages grundsätzlich nicht, denn die Homepage dient für den Auftritt in der Öffentlichkeit des Internets. Ein Unternehmen besitzt vielleicht noch einen Bereich der Webseite, den man nur durch Einloggen erreicht. Hier wäre jedoch schon wieder eine begriffliche Abgrenzung zum Forum vorzunehmen.

Name: Als Name einer Homepage dient meistens die Ausgangs-Internetadresse, also diejenige Internetadresse, welche man beim erstmaligen Betreten von der Suchmaschine aus auf die Homepage in der Leiste oben im Browser angezeigt bekommt. Diese Adresse ist grundsätzlich frei wählbar, wenn sie nicht schon von jemand anderem belegt wurde. Es gibt keine Verpflichtung, seinen wahren Namen anzugeben, denn man ist ursprünglich auf seiner Homepage der Herr und hat keine Verpflichtungen anderen gegenüber.

Die Probleme der informationellen Selbstbestimmung und der Nutzungsbedingungen sind auf Homepages etwas anders gelagert.

Da eine Homepage auf die Öffentlichkeit ausgelegt ist, dürfte klar sein, dass alle Informationen, die man auf einer Homepage preisgibt, weiter verwendet werden können. Über so etwas Privates wie eigene Interessen oder Vorlieben kann jedoch selbst entschieden werden, inwiefern sie zur Geltung kommen.

Mit Nutzerbedingungen muss man sich evtl. doch noch herumschlagen, wenn man keinen eigenen Server hat, der die Homepage beherbergt (hostet). Es gibt zahlreiche Angebote im Internet für die Beherbergung der eigenen Homepage auf den Servern eines Hostingproviders (provider=dt. Anbieter). In Deutschland sind die bekanntesten Anbieter 1 & 1 und Strato.

Manche Provider bieten die Erschaffung der eigenen Webseite einschließlich einigen Gestaltungsmitteln zum Optimieren gebündelt an. Jimdo oder WordPress sind gute Beispiele dafür. Dort muss man sinnvollerweise die Nutzungsbedingungen akzeptieren, um sich eine eigene Seite erstellen zu können.

Wenn man seine eigene Homepage allerdings populär machen will, sollte man seinen eigenen Server haben und andere Leute dazu bringen, die Seite für irgendetwas zu benutzen. Es bringt nämlich nicht viel, wenn man viele Klicks auf seiner Facebookseite generiert, denn die eigene Seite gehört dann eigentlich Facebook. Auf dem eigenen Server gehört die Homepage hundertprozentig einem selbst und man kann mit den Besuchern verfahren, wie man selbst es will (s. Jaron Lanier: Wem gehört die Zukunft? Hoffmann und Campe, 2014, S.238).

Die Darstellung des eigenen Ichs bleibt auf der eigenen Homepage der Individualität am nächsten. Wenn man als Kunde bei Jimdo eine Seite erstellt, kann man zwischen verschiedenen Merkmalen auswählen, wie man die eigene Seite haben möchte.

Auch wenn dort trotzdem eine Auswahl eines vorgefertigten Designs besteht, geht es da noch mehr nach den eigenen Wünschen zu als in manchen sozialen Netzwerken.

Wenn man selbst das nötige Wissen hat, ein Design zu erstellen, ist es natürlich noch umso besser.

Fazit: Homepages sind zweifellos die individuellste Einrichtung, welche es im Internet gibt, denn sie zeigt nicht nur die Präsenz des Individuums auf der abstrakten Ebene eines sozialen Netzwerks an, sondern ist die Kreation des Individuums selbst, mit seinen eigenen Ideen zur Selbstdarstellung. Auf der eigenen Homepage hat man immer die Informationshoheit und muss sich nicht über irgendwelche weitergegebenen Daten sorgen machen. Man ist dort eben sein eigener Herr.

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