2.1.3 Open Source

2.1.3 Open Source

Der Begriff Open Source (dt. quelloffen) wird in der Regel für Software verwendet, deren Quelltext für jeden Nutzer kostenlos über das Internet ersichtlich ist und auch kostenlos verwendet, verändert und weitergegeben werden darf. Somit fördert Open Source die gemeinschaftliche Entwicklung von Software, wobei es meist eine engere Gruppe von Entwicklern gibt, die entscheidet, welche Änderungen in die Software aufgenommen werden. Darüber hinaus können aus einem Projekt von außenstehenden Personen Abzweigungen und neue Projekte weiterentwickelt werden.

So ist z. B. das Betriebssystem Linux mit einer Open Source-Lizenz ausgestattet, ebenso wie die Schreibprogramme OpenOffice und LibreOffice, oder das Medienwiedergabeprogramm VLC media player. Die vorliegende Arbeit wurde beispielsweise mit Hilfe des Programms LibreOffice geschrieben.

Ob bei einer gemeinschaftlichen Arbeit innovative Ideen (im Sinne von völlig neuartig, wie sie z. B. Steve Jobs mit Apple gehabt hatte) entstehen können, bleibt abzuwarten. Jedoch ist Open Source zweifellos das beste Verfahren, wenn es um das Weiterentwickeln vorhandener Techniken geht. In erster Linie entstand Open Source aus der Absicht heraus, sich gegen die Kommerzialisierung der Software zu stellen, wie sie durch z.B. Microsoft und Apple entstanden war. Außerdem ist auch noch ein Zweig der Open Source Hardware im Entstehen, z. B. Arduino.

Inzwischen wird das Open-Source-Prinzip sogar auf andere Bereiche der Gesellschaft angewandt. In Form der Creative-Commons-Lizenz geschieht das bereits bei Fotos. Findet man ein Bild unter der Creative-Commons-Lizenz, kann man es frei herunterladen und selbst öffentlich weiter verwenden. Zum Beispiel verwende ich immer Fotos mit einer Creative-Commons-Lizenz als Beitragsbilder für diesen Blog.

Wenn man es so nimmt, kann man Wikipedia auch als eine Art von Open Source des freien Wissens ansehen, denn das Wissen auf Wikipedia ist „Gemeingut“, vorausgesetzt, man hat einen Internetzugang und ein fähiges Gerät.

Das Beitragsbild zeigt auf überspitzte Art die Sichtweise kommerzieller Software-Entwickler, z. B. Microsoft auf die Open Source-Bewegung.

2.1.2 Crowdsourcing

2.1.2 Crowdsourcing

Crowdsourcing (dt. etwa: die Masse als Quelle nutzend), hat ein ähnliches Konzept wie ein Wiki, darf aber nicht damit verwechselt werden.

Beim Crowdsourcing werden Leistungen, die üblicherweise von Erwerbstätigen erbracht werden, durch eine Organisation oder eine Privatperson mittels eines offenen Aufrufes an eine Masse von unbekannten Akteuren verlagert. Die Organisation oder die Privatperson erlangt dabei frei verwertbare und direkte wirtschaftliche Vorteile.

Amazon z. B. beschäftigt sogar echte Menschen gegen minimales Geld (oft nur wenige Cents) um Aufgaben zu bewältigen, die Bots nicht allein bewerkstelligen können, wie etwa einen Film nachzuerzählen, Altersfreigaben zu empfehlen oder bestimmte Motive auf Bildern zu suchen. Diese menschlichen Helfer werden Mechanical Turks genannt, denn es soll von außen so aussehen, als ob Maschinen die Arbeit getan hätten.

Eine besondere Form von Crowdsourcing ist das Crowdfunding, bei dem direkt um Spenden gebeten wird, um eine bestimmte Sache zu finanzieren, wie etwa die Produktion eines neuen Kinofilms oder einer neuen Fernsehserie. Ein Beispiel für eine Crowdfunding-Plattform wäre Kickstarter, wo es eine vielseitige Auswahl an bereits mehr als 85.000 finanzierten Projekten gibt. Seit dem Geschäftsbeginn 2009 wurden dort 1,7 Milliarden US$ von 8,6 Millionen Nutzern gespendet.

Der Nachteil an Crowdfunding ist, dass sich ein schon gewonnener Erfolg nur schwer wiederholen lässt, wie am Beispiel einer Studentin deutlich wurde, die sich über eine Crowdfunding-Plattform ihr Geld für das Studium beschaffte. Andere Studenten können diesen Erfolg vielleicht nicht so leicht nachmachen. Als sichere Geldquelle kann man Crowdfunding also nicht betrachten.

Das Beitragsbild findet sich hier.

2.1.1 Wikis

2.1.1 Wikis

Als bekanntestes Beispiel ist hier Wikipedia zu nennen. Ein Wiki (wortwörtlich „schnell“ auf Hawaiisch) ist darauf ausgelegt, Erfahrung und Wissen gemeinschaftlich zu sammeln. Dazu werden gemeinschaftlich Texte erarbeitet, die durch die Nutzer im jeweiligen Webbrowser nachträglich bearbeitet und verändert werden können.

Somit häuft sich das Wissen mit der Zeit immer mehr, hat aber nie eine endgültige Form erreicht.

Als Vergleich zu Wikipedia kann man vielleicht ein Lexikon sehen. Auch ein Lexikon hat Einträge zu möglichst vielen Themen. Eine Spezialisierung kann bei einem Lexikon der Fall sein, z. B. auf die Naturwissenschaften oder bestimmte Geschichtsepochen. Bei Wikipedia ist jeder Artikel eine Spezialisierung für sich, da die Verfasser oberflächlich oder aber sehr vertieft schreiben können. Gleichzeitig gibt es bei Wikipedia keine Platzierungsschwierigkeiten und Verlegungsprobleme. Die Länge eines Artikels ist nicht begrenzt, insofern kann bei jedem erdenklichen Thema auf Wikipedia eine unendlich feine und langatmige Spezialisierung erfolgen.

Eine häufig gestellte Frage ist, ob sich die Qualität eines Lexikoneintrags von der eines Wikipedia-Artikels unterscheidet. Auf Wikipedia gibt es anders als bei einem Lexikon keine durchgehend konstante Qualität (in der Gliederung des Artikels, Ausdrucksweise, Verständlichkeit, Bilder usw.). Stattdessen sind auf Wikipedia manche Artikel mit dem Prädikat „exzellent“ versehen, welche dann besonders lesenswert sein sollen. Hier ein paar als „exzellent“ markierte Artikel: LeipzigCao CaoOpinelWahnsinn.

Jaron Lanier meint, man könne auf Wikipedia die Gedanken einzelner Menschen zu einer augenscheinlich sinnvollen semantischen Struktur zusammenfügen. Dabei behaupte Wikipedia, sie könne Meinung und Wissen voneinander trennen. Siehe Jaron Lanier: Wem gehört die Zukunft? Hoffman und Campe, 2014, S.249.

In der Tat ist dies bei Wikipedia ein bedeutender Schwachpunkt: Trennung von Wissen (also dem, was belegbar ist) und Meinung (die laut den Wikipedia-Richtlinien nicht enthalten sein sollte).

Allein schon die belegbaren Fakten, die präsentiert werden, können in manchen Fällen ein meinungsmachendes Bild hervorrufen. Hier ein Beispiel für einen mit wenigen Belegen ausgestatteten Artikel: Sechstagekrieg.

Das Beitragsbild zeigt eine Katze (die am meisten angeschaute Tierart im Netz), die sich offenbar über die Realität der Menschen hermacht.